Ungewöhnlich viele Kinder müssen derzeit wegen eines schweren Grippe-Verlaufs ins Krankenhaus. Kinder- und Jugendärzte halten eine Impfung auch von Kindern ohne Risikofaktoren für sinnvoll.
Die Zahl der schwer verlaufenden Grippeerkrankungen bei Kindern ist seit Jahresbeginn deutlich gestiegen. Anfang Februar kamen etwa fünfmal so viele Kinder mit einer Grippe in große Kinderkliniken wie noch Anfang Januar, wie aus Daten der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) aus 65 Kliniken hervorgeht.
Ungewöhnlich viele Kinder müssten wegen einer Influenza-Erkrankung ins Krankenhaus, weil der Verlauf schwer sei, so behauptet es heute bei der Tagesschau.
Betten würden knapp.
Vor allem Fünf- bis Achtjährige seien betroffen.
„Schwere Verläufe“, so darf ein Mediziner äußern, was man leicht selbst nachlesen kann, „äußerten sich vor allem durch eine Lungenentzündung, eine schwere Bronchitis oder Fieberkrämpfe“. Was der „Mediziner“ indes nicht äußert ist, wie viele der schweren Erkrankungen, die die ARD als auf Rekordhöhe befindlich ausgeben will, sich äußern, wie er sich äußert, dass sie sich äußern.
Das macht aber nichts, denn der gesamte Beitrag ist ohnehin von einem Außendienstmitarbeiter der Pharmafia geschrieben worden, um den wohl etwas stockenden Absatz von Spritzbrühe bei Kindern und Kleinkindern anzukurbeln:
„Der Sprecher des BVKJ Nordrhein, Gerschlauer, weist darauf hin, dass eine Influenza-Impfung für Kinder auch jetzt noch möglich ist: „Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass viele Krankenkassen die Influenzaimpfung auch für gesunde Kinder übernehmen“, sagte Gerschlauer. „Wer Interesse daran hat, kann auch jetzt noch in seiner pädiatrischen Praxis nachfragen, wo die Impfung durchgeführt werden kann.“
Für gesunde Kinder gibt es in Deutschland keine Grippe-Impfempfehlung. Bestimmten Risikogruppen aber empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits ab einem Alter von sechs Monaten eine Impfung gegen saisonale Infuenza.“
Sie sehen, auch wenn Ihre Kinder gesund sind, ist es wichtig, die Pharmafia reicher zu machen, damit Ihre Kinder auch gesund bleiben. Eine besonders perfide Form des Schuldkomplex an Eltern verteilens.
Indes, alles was die ARD im Hinblick auf die Anzahl von Kindern, die in Krankenhäusern wegen Influenza weilen müssen, schreibt, ist falsch. Deren Zahl ist weder ungewöhnlich noch ist die Grippewelle 2024/2025 ungewöhnlich belastend für Krankenhäuser, denn die Zahlen liegen im normalen Rahmen einer Grippesaison und bleiben deutlich hinter der heftigen Grippewelle der Saison 2017/18 zurück, wie man leicht nachvollziehen kann, wenn man weiß, dass die entsprechenden Daten im Rahmen der „syndromische[n] Surveillance schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI)“ vom RKI nicht nur erhoben, sondern zeitnah veröffentlicht werden.
Hier die aktuellen Daten, die zeigen, dass weder die Grippesaison 2024/25 außergewöhnlich ist, noch die Zahl der hospitalisierten Kinder „ungewöhnlich“ hoch ist (beachten Sie beim Vergleich der Saison 2024/25 mit 2017/18 die unterschiedliche Einheit der y‑Achse!!!).
Einmal mehr versuchen Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Anstalten ihre Zuschauer zu manipulieren, sie mit Desinformationen zu einem Pharmafia-freundlichen Verhalten zu bewegen, finanziert von denen, die sie gerade belügen.
Wenn die Betten knapp werden, dann mag das am Bettenabbau liegen, der über die letzten Jahre betrieben wurde.
Der Artikel erschien zuerst hier: ScienceFiles.org
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